*Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal * Im Zusammenhang mit dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Denkmals galt der Architekt und Geheime Kaiserliche Baurat Paul Wallot (1814-1912) als Vater des Erstentwurfs dieses Denkmals. Das ist ein historischer Irrtum, der sich bis heute gehalten hat. Die Idee, dem „Heldenkaiser“ Wilhelm I ein Denkmal auf Norderney zu widmen, hatte Lic. Weber, Pfarrer aus Mönchengladbach. Das Denkmal, wie wir es heute bewundern können, ist ein Entwurf des Architekten Fabry, der aus Norderney stammte. Der Hannoversche Bildhauer Georg Küsthard wurde schließlich mit dem Aufbau des Denkmals beauftragt, der Grundstein am Sedanstag des Jahres 1898 gelegt. Richtig ist allerdings, das man den ursprünglichen Entwurf des Obelisks dem berühmten Königlichen Geheimen Baurat Wallot, der u.a. das Reichstagsgebäude in Berlin entwarf und baute, vorlegte, um seine geschätzte Meinung zu hören. Aus der Antwort an das Norderneyer „Denkmal-Comitee“ geht hervor, dass er das patriotische Bauwerk dieses Entwurfs viel zu protzig empfand und vorschlug, sich mit einer kleineren Version zu bescheiden. Auch auf die vorgesehene Kaiserbüste ging er ein. „Von der Bettelhaftigkeit einer Zinkbronze rathe ich ab.“ So deutlich und negativ hätte er einen eigenen Entwurf mit Sicherheit nicht bewertet. Die seinem Schreiben beigefügte Alternativ-Skizze für eine andere Ausführung ist nicht eins zu eins umgesetzt worden. Ursprünglich sollte der aus einem monumentalen Sockel herauswachsende Obelisk „an einer bevorzugten Stelle mit dem Ausblick des im Bilde dargestellten Heldenkaisers auf unser Deutsches Meer“ stehen, etwa am Ende der vom heutigen Denkmal zum Strand führenden Bismarckstraße, direkt an der Promenade. Das heutige Denkmal wurde am 2. September 1899 im festlichen Rahmen mit Umzug, Ehren-Jungfrauen, Feuerwerk, Festessen und Festball eingeweiht. Der damals regierende Kaiser Wilhelm II hatte den Admiral Karcher zum Festakt beordert und dem Inselbürgermeister seinen Dank „für die dargebrachte Huldigung bei Enthüllung des Denkmals meines seligen Großvaters“, per „Drahtbe- richt gekabelt“. Das Denkmal ist aus gespendeten Steinen errichtet worden. Das gewichtigste Einzelstück mit 5000 kg stammt aus Leipzig, ein ebenso schweres aus Baden-Baden. Der mit 291 kg leichteste Stein ist gleichzeitig der historisch wertvollste, denn er stammt aus dem Frankfurter Römer. Auf einem Absatz an der Nordseite des Denkmals, heute steht dort eine Möwe aus Beton, prangte die Kaiserbüste, entgegen dem ursprünglichen Vorhaben, jedoch aus echter Bronze gegossen. Die Spitze des Bauwerks war von einem Adler, ebenfalls aus Bronze, dominiert. Beide Teile vielen im Ersten Weltkrieg der „Metallmobilmachung“ zum Opfer. Nach dem Krieg wurde das Denkmal mit einer dicken Ankerkette umgeben und eine Metallinschriftentafel am Büstensockel angebracht. Sie fielen im II. Weltkrieg der Metallsammlung zum Opfer. –Heute ist das Denkmal eines der von den Gästen am meisten fotografierte Inselmotiv. Text mit freundlicher Genehmigung von Günther Hoffmann
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